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Wohnzimmer Subwoofer mit Dayton Audio

  • Monday 11 / 02 / 2019 0
Wohnzimmer Subwoofer mit Dayton Audio

Nachdem ich im vergangenen Juli ein Paar PC-Lautsprecher aus Beton gegossen hatte, fehlte mir wie zu erwarten der Bass, wenn ich Musik hörte oder einen Action-Film schaute. Mir war direkt nach den ersten Hörproben klar, dass ich mir einen Subwoofer bauen musste und so fing ich an, meine Möglichkeiten zu prüfen

Der größte beschränkende Faktor war der Platz, der mir zur Verfügung stand, da der einzige sinnvolle Platz derjenige direkt neben meinem Schreibtisch war. Auf Grund dessen war die äußere Breite des Lautsprechers auf rund 270mm limitiert, weshalb ich mich dafür entschied, einen 8 Zoll Woofer zu verwenden, der den Platz ideal ausnutzen würde.

 

Mir war außerdem klar, dass ich einen Lautsprecher-Treiber einer bekannten Marke verwenden wollte, da ich kurz zuvor erlebt hatte, was in Sachen Klangqualität möglich war. Aus diesem Grund entschied ich mich für den Dayton Audio DCS205 Classic Series Subwoofer mit einer nominalen Impedanz von 4 Ohm und bis zu 150 Watt RMS Leistungsaufnahme!

 

Das Design

Mit Hilfe einer super iPhone App namens „Speaker Box Lite“ fing ich an, die ideale Box für diesen Treiber zu gestalten. Die App stellt eine riesige Datenbank mit Thiele-Small-Parametern für die meisten Lautsprecher auf dem Markt bereit. Diese Parameter werden benötigt, um den Frequenzgang des Lautsprechers in unterschiedlichen Box-Typen zu berechnen.

 

Basierend auf diesen Berechnungen entschied ich mich für ein Gehäuse mit Bassreflex-Rohr, da dieses für den Dayton Audio Woofer am besten geeignet sein würde. Die finalen Außenmaße der Box waren 250x250mm Breite und Tiefe und 52cm Höhe. Daraus resultiert ein effektives Innenvolumen von etwa 20 Litern.

 

Das Bassreflexrohr betreffend waren meine Berechnungen darauf basiert, dass ich ein HTRohr aus dem Baumarkt verwenden wollte, welche es nur in ein paar Standarddurchmessern zu kaufen gibt. Die am besten geeignete Größe in meinem Fall war ein DN75-Rohr mit etwa 70mm Innendurchmesser und einer Länge von 430mm, was in einer Resonanzfrequenz von grob 35Hz resultiert.

 

Der Bau

Um den Bau des Lautsprecher-Gehäuses so einfach, günstig und stabil wie möglich zu machen entschied ich mich dafür, die Haupt-Box aus 16mm MDF zu bauen, welches ich mir im Baumarkt direkt auf Maß sägen ließ. Damit mein Subwoofer zu den restlichen Möbeln und dem Paar PC-Lautsprechern passen würde, wollte ich den Lautsprecher weiß streichen und außerdem eine Frontplatte aus Akazien-Holz verbauen.

 

Fräszirkel

Nachdem klar war, dass ich einige Kreise aus dem MDF, sowie der Frontplatte ausschneiden muss und diese sehr genau und zueinander passend sein sollten, musste ich mein Projekt damit beginnen, eine einfache Konstruktion aus Sperrholz zu bauen. Diese würde die es mir erlauben, mit meinem Makita Kantenfräser exakte Kreise zu fräsen

 

 

Wie im Bild oben zu sehen, ersetzt diese Konstruktion einfach die Standard-Grundplatte des originalen Fräshalters.

 

Nachdem das Sperrholz angebracht war, fräste ich einfach mit einem 16mm Nutfräser direkt hindurch, um sehr einfach den exakten Radius des Fräsers zu einem Mittelpunkt abmessen zu können. Nach Bestimmung dieses Abstandes konnte ich einfach eine Schraube durch den Fräszirkel in den gewünschten Mittelpunkt im Material darunter drehen und dann den Fräser um diesen Mittelpunkt drehen.

 

Ausschnitte und Vertiefungen

Zu aller erst markierte ich nun die gewünschten Positionen für den Lautsprecher,sowie die Öffnung für das Bassreflex-Rohr auf der Vorderseite der MDF-Box.

 

Da ich erreichen wollte, dass der Lautsprecher rund 6mm im MDF versinken würde, musste ich nicht nur einen Ausschnitt mit 180mm Durchmesser fräsen, sondern zunächst um denselben Mittelpunkt auch eine 6mm Vertiefung mit einem Radius von ungefähr 105mm.

 

 

Direkt hierauf folgte der Ausschnitt für das Bassreflexrohr. Dafür stellte ich an meinem Fräszirkel einfach einen Radius von 35mm ein.

 

 

Ausschnitt für die Lautsprecher-Terminals

Was die Platzierung der Lautsprecher-Terminals auf der Rückseite der Box betraf, war das Vorgehen deutlich einfacher. Der benötigte Ausschnitt hatte einen Durchmesser von nur 50mm und glücklicherweise konnte ich dafür einen Forstner-Bohrer dieser Größe verwenden.

 

 

Akazien-Frontplatte

Da nun alles in die MDF-Bretter gefräst war, konnte ich mich mit der Frontplatte beschäftigen, welche aus demselben Akazien-Holz gemacht sein würde, wie die meiner Beton PC-Lautsprecher.

 

Um sicherzustellen, dass die Ausschnitte exakt mit denen im MDF übereinstimmen würden, gab ich mir sehr viel Mühe beim Ausmessen der Mittelpunkte und benutzte dann dieselben Referenzpunkte an meinem Fräszirkel wie zuvor.

 

Ich begann auf der Rückseite der Frontplatte mit einer Vertiefung mit 105mm Radius, dieses Mal jedoch nur 4mm von Tiefe, um dem 10mm dicken Lautsprecher zwischen den beiden Brettern Platz zu geben, direkt gefolgt von einem weiteren 180mm-Ausschnitt. Dann stellte ich meinen Zirkel erneut auf 35mm Radius ein und fräste den Ausschnitt für das Bassreflex-Rohr.

 

 

Nun waren endlich alle Ausschnitte und Vertiefungen gemacht und ich konnte den Fräszirkel wegwerfen (der hatte sich in der Zwischenzeit in seine Bestandteile aufgelöst). Ich montierte einen 45°-Fräser und fräste eine schöne Fase an allen Frontkanten der Box.

 

 

Am nächsten Tag schliff ich die Frontplatte mit 400er-Schleifpapier, um sie für das Finish vorzubereiten und behandelte sie dann mit etwas Holz-Öl, was die verschiedenen Farben des Akazienholzes erst so richtig zur Geltung brachte.

 

 

 

Zusammenbau und Dämmung

Zu diesem Zeitpunkt waren alle benötigten Bretter bearbeitet und ich konnte den ersten Abschnitt des Zusammenbaus starten. Um weiterhin vollen Zugriff auf den Innenraum der Box zu haben begann ich damit, nur 5 der 6 Seiten zusammenzukleben, sodass eine Seite offen verblieb.

 

 

Als nächstes befestigte ich etwas Dämmmaterial an den Innenseiten der Box. Dafür schnitt ich mir passende Stücke aus Noppenschaum zu und klebte diese mit Heißkleber fest.

 

 

Bassreflex-Rohr

Bevor ich bereit war, das Gehäuse komplett zu verschließen musste ich noch das riesige Bassreflex-Rohr in der Box montieren. Um die Montage zu vereinfachen hatte ich zuvor ein paar weitere Teile aus 10mm MDF angefertigt. Diese hatten einen 75mm Kreisausschnitt, und passten damit perfekt auf den Außendurchmesser des HT-Rohrs

 

 

Aus Platzgründen verwendete ich im Endeffekt jedoch nur das Teil mit dem kompletten Kreisausschnitt. Dieses klebte ich mit Holzkleber direkt hinter den Ausschnitt für das Bassreflexrohr in der Vorderseite der Box, um die Klebefläche, mit Hilfe derer ich das Rohr am Gehäuse befestigen würde, zu vergrößern.

 

 

Als nächstes befestigte ich den ersten Teil des Bassreflexrohrs luftdicht mit etwas 2-Komponenten-Epoxy.

 

 

Nachdem ich etwas mehr HT-Rohr auf Länge geschnitten hatte, konnte ich das Bassreflexrohr vervollständigen. Viel Reserve-Platz gab es nun auf jeden Fall nicht mehr.

 

 

Verschließen der Box und Schleifen

Der abschließende Schritt des MDF-Box-Baus bestand darin, die letzte Seite einzukleben und dann alle Seiten eben und bündig zu schleifen. Außerdem füllte ich ein paar winzige Lücken mit Holzspachtel.

 

 

 

Streichen

An diesem Punkt waren nun alle Holzarbeiten abgeschlossen und es war Zeit mit dem  Streichen der Box fortzufahren. Wie vorhin erwähnt wollte ich die Box matt weiß streichen, was tatsächlich eine sehr angenehme Wahl war, da die weiße MDF-Grundierung die einzige Farbe sein würde, die ich benötigte.

 

Alles in Allem grundierte ich die Box drei Mal mit einer Malerrolle und einer Trockenzeit von rund 12 Stunden zwischen jeder Schicht.

 

 

Dann schloss ich das Streichen damit ab, eine Schicht matten Klarlack aufzutragen.

 

 

Einbau

Nachdem der Klarlack ausreichend getrocknet war, konnte ich mit den letzten Schritten vor der ersten Hörprobe beginnen.

 

Ich befestigte 4 kleine Gummifüße an der (nicht so schönen) Unterseite der Box, sodass der Subwoofer keine Schwingungen auf den Boden übertragen würde.

 

 

Als nächstes lötete ich ein Stück Lautsprecher-Kabel an die Lautsprecher-Terminals fest und befestigte diese in ihrem Ausschnitt auf der Rückseite der Box.

 

Nun konnte ich das andere Ende des Kabels an den Terminals des Subwoofers befestigenund diesen dann in seinem Ausschnitt montieren.

 

 

 

Erste Hörprobe

Bevor ich den Lautsprecher für immer hinter der Frontplatte einschließen würde, testete ich die Funktion meines neuen Subwoofers das erste Mal mit ein paar guten Beats und beim Anschauen eines Actionfilms. Ich war sehr zufrieden mit den tiefen und klar definierten Bassschlägen, die ich hörte, obwohl ich derzeit lediglich einen billigen, chinesischen 2.1 Verstärker verwende.

 

Befestigung der Frontplatte

Der allerletzte Schritt vor der Fertigstellung dieses Projekts bestand darin, den Ausschnitt des Bassreflex-Rohrs mit etwas schwarzem Mesh-Stoff zu verdecken und dann die Akazien-Frontplatte mit Holzleim auf der Vorderseite der MDF-Box zu befestigen.

 

 

 

Das Ergebnis

 

 

Über mich

Ich bin Marco und ich studiere derzeit Elektrotechnik und Informatik an der Universität Stuttgart. Als Ausgleich zu meinem theorielastigen Studium baue ich in meiner Freizeit Dinge aus Holz, Metall und Beton und halte den Entstehungsprozess meiner Projekte sehr gerne auf meinem Blog fest. Das Lautsprecherbauen ist für mich die ideale Freizeitbeschäftigung, denn hierbei kann ich durch eine Kombination aus theoretischen Vorberechnungen und darauf aufbauender handwerklicher Arbeit ein möglichst gutes Endresultat erzielen und dieses jeden Tag beim Musik hören genießen.

Lust auf mehr? Weitere tolle Lautsprecher Projekte von Marco finden Sie auf seinem Wordpress blog

 

Verwendete Komponenten

 

Dayton Audio DCS205-4 8" Classic Series Subwoofer

 

 

Pritex, 30kg/m2

 

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